Wie wir gelernt haben, hinzuschauen
25. Juni 2026Wir werden oft gefragt, wie wir das aushalten. Seit drei Jahren Gespräche über Sterben, Trauer, Abschied und Verlust. Die ehrliche Antwort: Wir halten das nicht nur aus. Diese Gespräche haben unser Leben bereichert – und auch verändert.
Was uns zwei Staffeln gelehrt haben
In der ersten Staffel haben wir unter anderem gelernt, den Tod ungeschminkt beim Namen zu nennen. Ohne Scheu darüber zu reden. Klar zu benennen, was ist. Also beispielsweise nicht „er ist von uns gegangen", nicht „sie schläft jetzt". Sondern einfach: “Er ist gestorben.“ Wer sich so klar äußert, spürt auf einmal, wie viel Luft plötzlich im Raum ist, wenn man aufhört, um das Wort herumzureden.
In der zweiten Staffel haben wir Menschen getroffen, die einen schweren Verlust erlebt haben. Menschen, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben – und mit denen wir verstanden haben: Trauer hat kein Ablaufdatum. Trauer ist individuell. Trauer ist keine Krankheit, sie darf sein. Und das, was nach dem Verlust kommt, ist kein Versagen, sondern Leben.
Was Staffel 3 anders macht
Die dritte Staffel von „Sterben & Trauern" heißt „Trau dich, hinzuschauen – 10 Mutmacher für ein bewussteres Leben mit dem Tod".
Und ja, das klingt vielleicht nach einem Versprechen. Ist es aber nicht. Es ist eine Einladung.
Kein Ratgeber. Keine zehn Schritte zur Gelassenheit. Keine Checkliste für den perfekten Abschied. Sondern zehn Gespräche mit Menschen, die uns gezeigt haben, dass es möglich ist – mit der Endlichkeit zu leben, ohne sie zu verdrängen.
Die zehn Mutmacher: Was steckt dahinter?
Wir haben uns gefragt: Was brauchen Menschen wirklich, um dem Tod nicht mit Panik oder Verdrängung zu begegnen? Was hilft?
Schnelle Antworten sind da fehl am Platz. Wir haben nach Haltungen gesucht, die uns tragen können, wie zum Beispiel: „Nenne den Tod beim Namen" „Schiebe das Wichtige nicht auf", „Suche kein Warum, sondern ein Wofür", „Gib deiner Angst Worte"
Jeder Mutmacher ist ein Gespräch. Jedes Gespräch ist ein Ausschnitt aus dem echten Leben.
Wer in Staffel 3 zu hören ist
Wir haben für diese Staffel mit Menschen gesprochen, die das Thema aus sehr unterschiedlichen Perspektiven kennen – aus persönlicher Erfahrung, aus der Begleitung anderer, aus der Wissenschaft, aus dem Glauben.
Zu den Gästen gehören unter anderen Henning Scherf, Burkhard Hose, Hadija Haruna-Oelker, Susen Tiedtke und Eric Wrede. Was sie alle verbindet: Sie schauen hin. Und sie erzählen, was sie gesehen haben.
Warum wir diesen Podcast machen – immer noch
Manchmal treffen wir nach einer Veranstaltung jemanden, der beispielsweise sagt: „Ich habe mich nach eurem Podcast endlich mit meiner Mutter ausgesprochen. Wir hatten das jahrelang vor uns hergeschoben."
Das sind die Momente, für die wir das hauptsächlich machen.
Nicht weil wir Experten für den Tod sind. Sondern weil wir glauben, dass ehrliche Gespräche Leben verändern können. Nicht erst am Ende, sondern jetzt.
Wann beginnt Staffel 3?
Staffel 3 von „Sterben & Trauern" startet am 23. Juli. Wir freuen uns auf euch!