Wie erfolgreich sind wir mit Sterben & Trauern? Eine ehrliche Antwort in Zahlen

27. Juli 2026

Wie erfolgreich ist eigentlich euer Podcast Sterben & Trauern? Diese Frage bekommen wir oft gestellt. Die Antwort passt allerdings nicht in einen Satz. Denn was heißt erfolgreich? Die Downloadzahlen? Die Nachrichten, die uns nach einer Folge erreichen? Die Stille im Saal, wenn wir auf der Bühne sind?

Was uns die Gesamtzahlen sagen

Unser Podcast „Sterben & Trauern" wird im Schnitt rund 5.000-mal pro Folge abgerufen – über alle Plattformen zusammen.

Wie ist diese Zahl einzuordnen? Ist das viel oder wenig für einen Podcast, dem es nicht um Unterhaltung geht, sondern um Themen, die viele Menschen lieber meiden?

Die Antwort gibt ein nüchterner Blick in die Branchendaten. Nach den Benchmarks des weltweit größten Podcast-Hosting-Anbieters Buzzsprout, die regelmäßig aus Millionen von Episoden erhoben werden, ergibt sich folgendes Bild:

30 Downloads = Hälfte aller Podcasts
So viele schafft der Median in der ersten Woche (Buzzsprout 2025)

500 Downloads = Top 10%

4.700+ Downloads = Top 1% weltweit
Wir liegen bei 5.000 – als Durchschnitt über alle Folgen

Wichtige Einschränkung: Dieser Benchmark misst die ersten sieben Tage – wir erreichen unsere 5.000 Abrufe nicht immer in diesem Zeitfenster. Unsere Folgen wachsen kontinuierlich: Viele Menschen hören Wochen oder Monate nach der Veröffentlichung. Der Gesamtabruf pro Folge liegt am Ende im Schnitt bei rund 5.000 – und dieser Wert steigt mit jeder Staffel weiter.

Das ist kein Makel, sondern ein Merkmal: Wer einen Podcast über Sterben und Trauer hört, sucht ihn oft dann, wenn er ihn braucht. Nicht weil er gerade neu erschienen ist.

Was Spotify erzählt – und was nicht

Spotify ist eine von mehreren Plattformen, auf denen unser Podcast erscheint. Apple Podcasts, Amazon Music und andere kommen hinzu – von diesen haben wir keine vollständigen Zahlen. Spotify ist also nur ein Ausschnitt. Aber ein aussagekräftiger.

Was Spotify tatsächlich zeigt, ist weniger eine Zahl als eine Entwicklung. Von Januar bis Juni 2025 – also zwischen den Staffeln – kamen wir auf Spotify auf 30 bis 80 Aufrufe pro Monat. Dann startete Staffel 2 im Juli 2025. Und innerhalb von drei Monaten explodierten die Zahlen förmlich.

Im Oktober 2025 verzeichneten wir auf Spotify allein 5.292 Aufrufe – in einem einzigen Monat. Das ist das Sechzigfache des Wertes vom Vorjahr.

Seitdem hat sich der Kanal auf einem neuen Niveau eingependelt: zwischen 1.000 und 2.200 monatliche Aufrufe allein auf Spotify. Das ist der neue Boden. Und er liegt deutlich höher als der alte.

Einzelne Folgen – und was sie unterscheidet

Nicht alle Folgen laufen gleich. Zwei stechen auf Spotify deutlich heraus: Das Gespräch mit Pater Anselm Grün erzielte in den ersten sieben Tagen 588 Wiedergaben, das Gespräch mit Kathrin Kampmann 582 – beide rund 70 Prozent über dem Durchschnitt.

Was verbindet diese Folgen? Beides sind sehr persönliche Geschichten. Anselm Grün als spirituelle Stimme, Kathrin Kampmann als Mensch, der Unvorstellbares erlebt hat.

YouTube – eine eigene Geschichte

Neben dem Podcast gibt es unseren YouTube-Kanal. Insgesamt zählt er bisher 38.408 Aufrufe. Auch hier ragen zwei Folgen heraus: Anselm Grün mit 8.034 Aufrufen und Wilhelm Schmid mit 5.921. Alle anderen Folgen liegen darunter.

Was uns bei YouTube aber genauso interessiert wie die Klickzahlen, ist die durchschnittliche Wiedergabedauer. Der Gesamtdurchschnitt liegt bei 11 Minuten 51 Sekunden – das entspricht 26,7 Prozent der jeweiligen Folgenlänge. Für ein Podcast-Format von rund 45 Minuten Länge ist das sehr solide.

Besonders auffällig: Das Extra „Wenn der Tod plötzlich da ist" hat eine Wiedergaberate von 39,9 Prozent. Fast doppelt so hoch wie der Schnitt. Wer diese Folge anklickt, bleibt.

Warum die Zahlen trotzdem mit Vorsicht zu genießen sind

Die meisten Benchmark-Daten stammen aus dem US-amerikanischen Markt. Für den deutschsprachigen Raum gibt es kaum verlässliche Vergleichszahlen, weil die großen Plattformen keine länderspezifischen Perzentil-Daten (sie zeigen, wie viel Prozent einer Vergleichsgruppe kleinere oder gleiche Werte aufweisen als der gemessene Wert) veröffentlichen. 

Und dann ist da noch die Frage, die uns wichtiger erscheint als jede Downloadzahl: Wie lange hören die Menschen zu? 5.000 Abrufe, von denen 80 Prozent nach fünf Minuten abbrechen, erzählen eine andere Geschichte als 5.000 Abrufe, die bis zum Ende gehört werden. Wir wissen aus unseren Spotify-Daten: Die Menschen, die anfangen zu hören, hören in der Regel auch zu Ende.

Was diese Zahlen wirklich bedeuten

Wenn wir ehrlich sind, denken wir nicht zuerst an Statistiken, wenn wir an unsere Hörerinnen und Hörer denken.

Wir denken an die Nachricht einer Frau, die uns erzählt hat, dass sie endlich mit ihrer Mutter über den Tod gesprochen hat – nach Jahren des Schweigens. An den Mann, der gelernt hat, einen trauernden Freund anzurufen, statt wegzuschauen. An die Krankenschwester, die eine Folge mit auf die Palliativstation genommen und dort gemeinsam mit Kolleginnen gehört hat.

5.000 Menschen hören zu. Das sind nicht 5.000 Downloads. Das sind 5.000 Entscheidungen, sich mit einem Thema zu befassen, das unbequem ist. Das erfordert Mut - und es verpflichtet uns.

Was es für Staffel 3 bedeutet

Wir haben am 23. Juli mit der dritten Staffel begonnen. Und wir tun das mit dem Bewusstsein, dass wir mit dem, was wir machen, offenbar etwas treffen, das Menschen bewegt.

Das ist kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Es ist ein Grund, nicht auf schnelle Reichweite zu schielen, sondern weiter auf tiefgründige Gespräche zu setzen.

Für uns war das immer der entscheidende Maßstab: nicht wie viele Menschen zuhören, sondern was das Zuhören in ihnen auslöst.

 

Quellen: Buzzsprout Podcast Statistics 2025 · The Podcast Host Benchmark Report 2025 · Podcast Performance Coach · ARD/ZDF-Medienstudie 2025 · Spotify for Podcasters (eigene Daten) · YouTube Studio (eigene Daten)