PFLEGE NEU DENKEN

Wer wird mich besuchen, wer wird mich pflegen?

Diese Frage stellt sich irgendwann jeden von uns.
Wer kümmert sich um mich, wenn ich alt werde und Hilfe brauche?
Und warum sprechen wir seit Jahrzehnten über den Pflegenotstand, ohne ihn überwunden zu haben?
Gemeinsam mit Prof. Dr. Ernst Engelke beschäftigen wir uns mit diesen Fragen. Auf dieser Seite veröffentlichen wir unter anderem seine Gedanken, Analysen und Denkanstöße - über die Pflege von heute und darüber, wie wir morgen füreinander sorgen wollen.

Über Ernst Engelke

Ein Leben für die großen Fragen

Prof. Dr. Ernst Engelke, Jahrgang 1941, ist Palliativpsychologe, Theologe und Sozialpädagoge. Er engagiert sich seit fast 50 Jahren in der Hospiz- und Palliativbewegung, sowohl in der Begleitung Sterbenskranker und Sterbender als auch in der Tod- und Sterbeforschung sowie der palliativmedizinischen Weiterbildung. Die Entlastung der Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger, Angehörigen, Ehrenamtlichen und auch der Sterbenskranken ist sein Ziel. In den zurückliegenden mehr als 20 Jahren hat er mit über 1.000 Ärztinnen und Ärzten und mit weit über 600 Pflegenden deren palliativmedizinische Fälle besprochen. Mit weit über 600 Ärztinnen, Ärzten, Pflegekräften und Koordinatorinnen hat er außerdem Stegreifspiele zur Kommunikation mit Sterbenden durchgeführt. Er hat vier Palliativstationen und zwei Hospize mit aufgebaut und fachlich begleitet.

„Pflegebedürftige bitten die um Pflege, die noch pflegebedürftig werden."

 

PROF. ERNST ENGELKE

Älterer Mann mit Brille vor Bücherregal in einem Büro, Porträtfoto

Zeit für einen Neuanfang

Die Pflege braucht mehr als Reformen - sie braucht eine echte Revolution

Alle wollen alt werden – aber wer will die Alten pflegen? Prof. Dr. Ernst Engelke stellt unbequeme Fragen über das Älterwerden und unsere Verantwortung füreinander.

Zur Mutmacher-Tankstelle
Pflegenotstand in der Altenpflege: Pflegekraft betreut Seniorin im Rollstuhl

Pflegenotstand – schon vor 700 Jahren ein Thema

Der Pflegenotstand ist keine Erscheinung unserer Zeit. Schon im Mittelalter stellte sich die Frage, wie alte und hilfsbedürftige Menschen versorgt werden können. In Würzburg wurde dafür im 14. Jahrhunderts das Bürgerspital zum Heiligen Geist gegründet. Die Einrichtung wurde erstmals 1317 urkundlich erwähnt. Das zeigt: Die Sorge um Pflegebedürftige beschäftigt unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten.

Pflege: Jüngere Hand hält ältere Hand als Symbol für Unterstützung und Fürsorge

Pflege: Alle klagen – keiner übernimmt Verantwortung

Seit Jahren wird über den Pflegenotstand diskutiert. Pflegebedürftige leiden unter Einsamkeit, Angehörige fühlen sich allein gelassen und Pflegekräfte beklagen Überlastung, schlechte Arbeitsbedingungen und mangelnde Wertschätzung. Zugleich stehen Pflegeheime immer wieder pauschal in der Kritik. Doch statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wird die Verantwortung häufig weitergeschoben. 

Buchpräsentation in Würzburg bei Hugendubel mit drei Personen auf der Bühne, Diskussion über Literatur

Wie sich mein Blick auf die Pflege verändert hat

Ich habe mich mein ganzes Berufsleben lang mit alten, kranken, sterbenden und pflegebedürftigen Menschen beschäftigt. Ich habe über Pflege geforscht, Pflegeeinrichtungen erlebt, mit Pflegekräften gesprochenund vor allem mit den Menschen, um die es eigentlich geht. Lange habe ich die Pflege aus der Perspektive des Wissenschaftlers betrachtet. Heute bin ich über achtzig. Damit verändert sich der Blick.